Zum Gedenken


Hans Szewczyk (1923 - 1994)

Unser Kollege und Mitglied der DGMP, Prof. em. Dr. sc. med. Dr. rer. nat. Hans Szewczyk, ist am 28. November 1994 im Alter von 71 Jahren in Berlin verstorben.

Nach dem Studium der Medizin und Psychologie an der Humboldt-Universität zu Berlin war er dort bis zu seiner zweiten Promotion Assistent am Institut für Psychologie bei Kurt Gottschaldt und wechselte dann in die Nervenklinik der Charité, seine bleibende Wirkungsstätte. Hier habilitierte er sich bei Karl Leonhard für das Fachgebiet Psychiatrie. Im Jahre 1966 las er als erster eine Psychologie für Mediziner und Stomatologen, die damals in der DDR im vorklinischen Studienabschnitt eingeführt wurde. Unter seiner Federführung wurden dann die verbindlichen Lehrprogramme für das hier ab 1976 als Medizinische Psychologie im klinischen Studienabschnitt vermittelte Lehrgebiet erarbeitet. 1974 auf den Lehrstuhl für Forensische Psychiatrie berufen, leitete er bis zu seiner Emeritierung 1988 in Personalunion die Abteilung für Gerichtliche Psychiatrie und Psychologie sowie den Lehrbereich Medizinische Psychologie.

Er war Mitautor des einzigen in der DDR erschienenen Lehrbuches für Medizinische Psychologie (1987), Herausgeber einer Medizinpsychologie in der ärztlichen Praxis (1988) und Verfasser zahlreicher Zeitschriftenartikel wie Buchbeiträge und weiterer Bücher zur Forensischen, Klinischen und Medizinischen Psychologie. Als Vorsitzender der Sektion Klinische Psychologie, später Psychologie in der Medizin, der Gesellschaft für Ärztliche Psychotherapie der DDR hat er in mehr als 25 Jahren immer wieder Ärzte, Psychologen und Soziologen auf Lehrgängen, Arbeitstagungen, Kongressen und Symposien mit internationaler Beteiligung im Interesse einer Psychologie des Patienten und seiner Behandlung zusammengeführt. Die Gesellschaften für Ärztliche Psychotherapie und für Psychologie der DDR verliehen ihm 1988 die Ehrenmitgliedschaft.

Hans Szewczyk war einer der Pioniere der Medizinischen Psychologie, deren Namen mit der Geschichte des Faches verbunden bleiben werden.

Der Vorstand der Deutschen Gesellschaft für Medizinische Psychologie

Mitteilungen der DGMP 54, Januar 1995.