Zum Gedenken


Peter Jacobi (1940 - 1989)

Peter Jacobi gehörte zu den Klinischen Psychologen, die in den 60er und 70er Jahren der Klinischen Psychologie in der Medizin zu Anerkennung und zum Durchbruch verholfen haben. Er tat dies vor allem in der Neurologie in Frankfurt, später dann vom Lehrstuhl und Institut für Medizinische und Klinische Psychologie der Universität Homburg/Saar aus. Sein ursprüngliches Arbeitsgebiet war die Neuropsychologie klassischer Prägung mit dem Schwerpunkt in der Funktionsdiagnostik. Sehr früh, noch lange vor dem jetzigen "Mainstream", erkannte Peter Jacobi die Notwendigkeit, nicht nur Funktionsdiagnostik und darauf abgestimmte Therapie und Rehabilitation zu betreiben, sondern auch das Coping, die Betroffenheit der Patienten mit ihrer persönlichen Krankheit zu analysieren. Hierdurch hat er als erster in der Bundesrepublik Deutschland eine wirkliche "Psychologie in der Neurologie" akzentuiert, die sowohl die klinisch-psychologischen als auch die medizinisch-psychologischen Ansätze enthält.

Diese Zugänge standen in den Treffen des Arbeitskreises der GMP "Psychologie in der Neurologie" (Leitung Peter Jacobi) im Vordergrund, die sehr gut besucht und sehr lebhaft waren. In dem von ihm herausgegebenen zweiten Band des Jahrbuches der Medizinischen Psychologie mit dem Titel "Psychologie in der Neurologie" wird diese Arbeitsrichtung durch eine Reihe von Fachleuten repräsentiert. Die Fertigstellung und die Bearbeitung der Manuskripte für dieses Buch lag Peter Jacobi besonders am Herzen, und es ist erfreulich, daß er dieses Anliegen noch während seiner schweren Krankheit verwirklichen konnte.

Peter Jacobi bekleidete wichtige Funktionen in Fachgesellschaften wie BDP und GNP, war im Vorstand der GMP und dort der designierte Erste Vorsitzende. Er hat sich in diese Positionen keinesfalls gedrängt und trat insgesamt eher zurückhaltend auf. Sein analytischer Verstand und seine sorgfältige Durcharbeitung auch von unangenehmen und mühsamen Anliegen prädestinierten ihn für solche Positionen.

Peter Jacobi wird uns in der GMP-"Familie" als geschätzter Kollege und guter Freund sehr fehlen.

Lothar Schmidt

Mitteilungen der DGMP 32, Juli 1989.